Tobias Schnotale
Ich will mir um unsere Zukunft keine Sorgen machen
8. März bis 3. Mai 2024
Ausstellungsfotos: Mathias Braun
Der 1969 geborene Künstler Tobias Schnotale lebt und arbeitet in Rödermark/Kreis Offenbach.
Die namensgebende Installation der Ausstellung hat Schnotale eigens für diesen Ort entwickelt. Weitere Einblicke in das Denken und Arbeiten des Künstlers geben uns seine Zeichnungen und Objekte.
Allen Arbeiten liegt eine ähnliche Struktur zugrunde – ein Motiv, ein unwirkliches Objekt oder eine rätselhafte Form, deren Bedeutung Schnotale offen hält. Der Künstler lädt uns ein, in diesen Assoziationsraum einzutreten und eigene Verbindungen herzustellen.
Ausschlaggebend für die Installation war ein Werbebild eines großen Versicherungsdienstleisters aus den Anfängen der 2000er Jahre. Auf dem Werbebild ist ein Vater mit Kind zu sehen, beide einander mit ausgestreckten Armen zugewandt. Die Szene scheint sich in wohlgeordneten Verhältnissen abzuspielen und ist überschrieben mit „Ich will mir um unsere Zukunft keine Sorgen machen!“Schnotale dekonstruiert dieses Bild und fügt eine torwandähnliche Struktur mit Ball hinzu. Der künstlerische Eingriff bringt die ursprüngliche Bedeutung ins Wanken und stört die Harmonie der beiden Personen, Unsicherheit entsteht. Die schräg gestellte Wand der Installation erzeugt eine Engstelle und zwingt den Besucher zum Handeln.
Das gleiche Motiv, in einem Raster/Pixelbild, füllt die Wände des verglasten Ausstellungsraums, stellt eine veränderte Zeit dar und verweist auf Bilder der Pop Art. Der Ball an der trennenden Scheibe scheint die Zeiten zu durchdringen und bindet das Realistische mit dem Sich-Auflösenden. In diesem Zwischenraum stellt der Künstler die Frage, ob eine sorgenfreie Zukunft planbar ist und für wen.
Tobias Schnotales bevorzugtes Ausdrucksmittel ist die Zeichnung. Seine Installationen sind real gewordene Zeichnungen und seine Objekte könnten gerade aus einer Zeichnung entflohen sein.